Götterland


Feb/2022

Wenn es stimmt, dass Aphrodite, Göttin der Liebe und Schönheit, einst hier dem Meer entstiegen ist, stellt sich die Frage „Warum eigentlich Zypern?“ nicht! Neben vielen Geschichten rund um die griechische Mythologie lassen sich aber auch weitere gute Gründe für einen Besuch auf der drittgrößten Mittelmeerinsel finden …

Anstatt immer Meer

Klassisch betrachtet denkt man bei einer Mittelmeerinsel als Erstes an den typischen Strandurlaub. Verbunden mit angenehm warmen, mediterranen Temperaturen steht der Tag am Meer auf der Besuchsliste ganz oben und findet sich in jedem Reiseführer. Weniger bekannt, aber daher vielleicht umso reizvoller sind Flora und Fauna der Insel. Die Vegetation ist dem Klima entsprechend abwechslungsreich und am intensivsten auf speziell geführten Wanderungen zu entdecken.

Fragt sich nur noch, wer einen begleiten und (ver-)führen soll. Souverän und auf Deutsch bietet Manuel seine Dienste als Guide an. Ausgebildet als geographischer Wissenschaftler mit einem Background zu den Themen Umweltwissenschaft und Naturschutz liegt seine Expertise jetzt auf nachhaltigem Wandertourismus – beste Voraussetzungen, mit ihm das Naturschutzgebiet der Akamas-Halbinsel kennenzulernen. Mit ihrer unberührten Natur ist sie das Aushängeschild der eindrucksvollen und ökologisch bedeutsamen Küstenregion.

Zum Service gehört, dass Manuel seine Gäste mit seinem alten Land Rover direkt vom Hotel abholt. Nach den asphaltierten Straßen entlang traditioneller Dörfer sowie Orten der zyprischen Mythologie und Geschichte biegen wir alsbald in unbefestigtes Gelände ein.

Manuel erzählt uns schmunzelnd, dass leider viele Gäste ihrem Navi mehr trauen als den Hinweisschildern und er in dieser Gegend schon oft stecken gebliebene Mietautos befreien musste.

Unserem Landy kann diese Vegetation allerdings nichts anhaben und wir streifen entspannt entlang kreativ gewachsener, knochiger Oliven- und Johannisbrotbäume. Neben diesen verwitterten Zeitzeugen zeigen urige Ziegenställe, wer die eigentlichen Bewohner dieser Region sind. Dabei kommen wir unserem Ziel, der Avakas-Schlucht, immer näher und parken das Auto im Schatten der Bäume. Von hier aus geht es zu Fuß weiter, hinein in die drei Kilometer lange und teilweise nur wenige Meter breite Schlucht entlang des Flusses Avgas. Wichtig war Manuels Hinweis im Vorfeld, dass richtige Schuhwerk anzuziehen, da wir gelegentlich über schlüpfrige Steine laufen müssen, um auf die andere Flussseite zu wechseln.

Vereinzelt treffen wir immer wieder auf verzweifelte Touristen, die der Meinung waren, dass man die Strecke bestimmt auch mit Flip-Flops ablaufen könne. Der beständig schmaler werdende Pfad führt uns letztendlich zur spektakulären Klamm mit nur vier Meter Breite. Die senkrechten Wände mit über 30 Meter Höhe stehen in einem diametralen Gegensatz dazu. Und über uns erstreckt sich der Himmel gefühlt als blauer Teppich.

Neben dem Natursteinspektakel wird der Beobachter auch mit einer speziellen Pflanzenvielfalt, unter anderem dem nur hier wachsenden wilden Feigenbaum Centaurea akamantis, belohnt.

Am Ende des Tages führt uns der Weg hoch auf den Kamm der Halbinsel mit überwältigenden Panoramablicken auf den Küstensaum und die beeindruckende Weite der Landschaft. Manuel weist uns von hier oben auf die Lara-Bucht hin. Bekannt ist der naturbelassene Sandstrand nicht nur zum Baden, sondern auch für ein ganz anderes Naturschauspiel: Im Hochsommer schlüpfen hier die Meeresschildkröten.

Dann doch Meer …

Da diese Reise dann doch nicht ganz ohne das eingangs erwähnte Baden im Meer auskommen soll, zum Schluss noch zwei sehr schöne Spots zum Ein- und Abtauchen …

Thanos Hotels & Resorts: Hotel Almyra

Nur fünf Gehminuten vom Hafen von Paphos entfernt lädt das Hotel Almyra mit Blick auf das Mittelmeer ein. Inmitten eines tropischen Gartens überzeugt das coole Design der Architektur. Zum Chillen bei Elektroklängen bieten sich am Abend die Dächer der Bungalows an. Ein ganz anderes Highlight ist die direkt am Wasser gelegene originelle Taverne Ouzeri. Ein Glas Ouzo, dazu Ziegenkäse mit frischem Olivenbrot und ein Gitarrenspieler, der auch seine Stimmbänder einzusetzen weiß. Hier würde selbst Dionysos, der Gott des Weines, auf seine Kosten kommen.

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Thanos Hotels & Resorts: Hotel Anassa

Mit einem vielleicht noch schöneren und eigenen Sandstrand überzeugt das Schwesterhotel Anassa, ebenfalls an der Westküste gelegen. Erhaben wie ein Palast thront das Domizil über dem Meer. Dem Gast bieten sich auch hier reichlich Möglichkeiten für die typische Landesküche. Unter Olivenbäumen mit Blick aufs Meer kann man dann dem Chefsommelier der Hotelgruppe, George Kassianos, lauschen. Als ebenfalls oberster Weinbotschafter der Insel organisiert er nicht nur Ausflüge zu den Weingütern, sondern weiß den Zuhörer auch von der neu entdeckten Leidenschaft für den zypriotischen Weinanbau zu überzeugen. Aber das ist dann schon wieder eine ganz andere göttliche Geschichte.

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Text:
Markus R. Groß

Bilder:
Markus R. Groß
Thanos Hotels
wandernaufzypern.de

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